Starke Performance-Unterschiede bei Depotbanken im Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern

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Im Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern (auch External Asset Managers, kurz EAMs) existieren deutliche Performance-Unterschiede zwischen den betroffenen Depotbanken. Das ergibt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Simon-Kucher & Partners. Aus den Entwicklungen ergeben sich Handlungsempfehlungen zur Performance-Steigerung.

Zürich, 02. Mai 2017 – Die aktuelle Studie von Simon-Kucher untersucht die Performance von Depotbanken im Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Anzahl der betreuten Geschäftsbeziehungen, den verwalteten Assets und den erzielten Margen. Hierfür wurden fünfzehn führende Depotbanken zu den wichtigsten Kennzahlen in ihren Geschäftsbeziehungen mit EAMs in den Buchungszentren Schweiz und Liechtenstein befragt.

Große Unterschiede in der Performance

Die in der Studie untersuchten Privat- und Regionalbanken betreuen durchschnittlich 240 EAMs und 15 Endkunden pro EAM. Ein durchschnittlicher EAM bucht insgesamt Assets in der Höhe von rund 36 Millionen Schweizer Franken pro Depotbank. „Das EAM-Geschäft der Studienteilnehmer beläuft sich auf durchschnittlich 8,5 Milliarden Schweizer Franken an Assets under Management und 9 Milliarden Schweizer Franken an Geschäftsvolumen. Kreditausleihungen spielen in diesem Geschäftszweig folglich nur eine untergeordnete Rolle“, erklärt Studienleiter Max Biesenbach, Director bei Simon-Kucher in Zürich.

Besonders große Performance-Unterschiede lassen sich bei der Profitabilität der untersuchten Depotbanken erkennen. So beträgt der durchschnittliche Return on Assets (RoA)[1] im EAM-Geschäft (nach Abzug von Sonderkonditionen und Rückvergütungen) 43 Basispunkte, wobei die einzelnen Margenwerte der untersuchten Depotbanken bis zu 76 Basispunkte auseinanderliegen. „Interessanterweise besteht kein Zusammenhang zwischen der Größe und der Profitabilität des Geschäftsbereichs. Das Potenzial zur Margensteigerung besteht somit grundsätzlich bei jeder betroffenen Bank, unabhängig von ihrer Größe“, erklärt Biesenbach weiter.

Empfehlungen für Depotbanken

Depotbanken, die bei den untersuchten Kriterien zu den Underperformern gehören, steht eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verfügung, um Wachstum im Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern zu erzielen:

„Depotbanken sollten mit der Einführung intelligenter Preismaßnahmen beginnen. Die Einführung einer wettbewerbsorientierten segmentspezifischen Preis- und Produktlandschaft, die wachsende oder profitable Beziehungen belohnt, kann ein mächtiges Werkzeug sein, um EAMs von der Zusammenarbeit mit der jeweiligen Bank zu überzeugen“, erklärt Petra Knüsel, Partnerin bei Simon-Kucher in Zürich. Als zusätzliches Instrument zur Performance-Steigerung kann die Einführung innovativer Paketlösungen dienen, welche gezielt den Auf- und Ausbau von Geschäftsbeziehungen fördern. Und zur Steigerung der Profitabilität stehen weitere Maßnahmen zur Verfügung: „Die Banken müssen akzeptieren, dass die Zeit gekommen ist, Mehrwertdienste in Rechnung zu stellen, die traditionell kostenlos zur Verfügung gestellt wurden“, beschreibt Petra Knüsel. Diese Entwicklung wird zusätzlich durch den Regulator und insbesondere durch die bevorstehende Einführung der MiFID II-Richtlinie vorangetrieben, die zahlreiche Regelungen zu Gebühren- und Kostentransparenz enthält und somit Banken zur Überarbeitung ihrer Preisstrukturen zwingt.

Durchschnittlich stellen die Banken ihren EAMs und deren Endkunden vier Buchungszentren zur geographischen Diversifikation zur Verfügung. Die Vielzahl der verschiedenen Regionen stellt sowohl Risiken als auch Chancen für die Banken dar: „Banken müssen ihre Angebots- und Pricing-Strategie global in eine Linie bringen, um das Risiko von Arbitrage und inkonsistenter Markenpositionierung auszuschließen und somit den Grundstein für ein erfolgreiches Wachstum zu legen“, schließt Max Biesenbach ab.

Eine Studienzusammenfassung (in Englisch) ist auf Anfrage erhältlich.

Petra Knüsel ist Partnerin bei Simon-Kucher & Partners in der Schweiz. Max Biesenbach, CFA, ist Director im Competence Center Banking in Zürich. Beide sind Bankenexperten speziell für Private Banking und Wealth Management.

Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants: Die Beratungsarbeit von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf TopLine Power® ausgerichtet. Laut mehrerer Studien unter deutschen Top-Managern (manager magazin, Wirtschaftswoche, brand eins) ist Simon-Kucher bester Marketing- und Vertriebsberater und führend im Bereich Pricing und Wertsteigerung. Die Unternehmensberatung ist mit 1.000 Mitarbeitern in 33 Büros weltweit vertreten.

 

[1] Der RoA wird hier als Net Revenues über Geschäftsvolumen berechnet.