Urlaubspreise steigen um bis zu 29 Prozent

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Laut einer Analyse der beliebtesten Urlaubsregionen bekommen deutsche Sommerurlauber auch in 2017 in der Türkei am meisten für ihr Geld – ein Urlaub in Spanien ist am teuersten. In diesem Jahr liegen die Preise in der teuersten Region sogar mehr als 100 Prozent über der günstigsten. Gegenüber dem Vorjahr steigen die Preise um bis zu 29%.

Bonn – Die Ferienregionen in Spanien, Griechenland, aber auch aufstrebende Ziele wie Bulgarien wiesen 2016 rekordverdächtige Urlauberzahlen aus. Für dieses Jahr haben viele Experten bereits im Winter gewarnt, dass die Hotelkapazitäten beispielsweise auf Mallorca knapp werden könnten. Nun stehen mit den Osterferien die Tage bevor, an denen traditionell besonders viele Menschen ihren Sommerurlaub planen.

Wie haben sich die Preise in den Lieblingszielen der Deutschen gegenüber dem Vorjahr entwickelt? Ist der Sommerurlaub in den europäischen und nordafrikanischen Strandzielen für eine dreiköpfige Familie überhaupt noch erschwinglich? Die Marketing- und Vertriebsberatung Simon-Kucher & Partners hat wie bereits im Vorjahr die Preise für die zehn beliebtesten europäischen Pauschalurlaubsziele der Deutschen untersucht. Demnach sind Türkei und Ägypten nach wie vor die günstigsten Reiseziele, am teuersten sind die spanischen Urlaubsziele. „Bei gleichem Preis-Leistungs-Verhältnis, also Zimmerkategorie, Anzahl Sterne, Verpflegung, Weiterempfehlung etc. liegen die Preise in der teuersten Region mehr als 100 Prozent über der günstigsten“, fasst Studienautor Christoph Lesch, Senior Director bei Simon-Kucher, die Ergebnisse zusammen, „außerdem müssen Urlauber für den gleichen Urlaub wie im Vorjahr in 2017 bis zu 29 Prozent mehr ausgeben.“

Gran Canaria und Mallorca sind die teuersten Urlaubsziele der Deutschen

Bei der Holiday Pricing Study* wurden die Preise eines zweiwöchigen All-Inclusive-Urlaubs einer dreiköpfigen Familie für Ende Juli in einem guten Vier-Sterne-Hotel verglichen. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis weisen die Türkei, Ägypten und Tunesien aus: In der Türkei zahlt man durchschnittlich 757 Euro pro Person, in Ägypten ist man im Schnitt mit 944 Euro und in Tunesien mit 958 Euro pro Person dabei. Deutlich teurer wird es im Lieblingsurlaubsland der Deutschen, Spanien: Für einen Urlaub auf Gran Canaria muss der Urlauber mit durchschnittlich 1.599 Euro pro Person mehr als doppelt so viel bezahlen wie für die Türkei. Auch Mallorca belastet die Urlaubskasse mit 1.422 Euro, einem um 88 Prozent höheren Preis als die Türkei.

Abbildung 1: Durchschnittlicher Reisepreis pro Person, Simon-Kucher & Partners, Holiday Pricing Study 2017
Abbildung 1: Durchschnittlicher Reisepreis pro Person, Simon-Kucher & Partners, Holiday Pricing Study 2017

Deutsche zahlen für das gleiche Hotel bis zu 29 Prozent mehr als im Vorjahr

Da genau dieselben Hotels analysiert wurden wie im Vorjahr, bringt der Vergleich zur letztjährigen Studie ebenfalls interessante Erkenntnisse. „Gegenüber 2016 sind alle Ziele teurer geworden“, stellt Studienautor Lesch fest. Am wenigsten verteuert hat sich überraschenderweise das teuerste Ziel des Vorjahres, Mallorca. Die Durchschnittspreise liegen hier 2017 nur um ein Prozent höher. „Grund ist das große Flugangebot nach Mallorca, das zu sinkenden Flugpreisen geführt hat“, erläutert Lesch. Die Einsparungen im Flugbereich gleichen so die höheren Hotelpreise aus.

In anderen Zielgebieten sind die Preise dagegen deutlich stärker angestiegen. Die Preise für einen Urlaub auf Gran Canaria stiegen um durchschnittlich 29 Prozent. Aber auch Ziele im östlichen Mittelmeer wie Zypern, Bulgarien, Kreta und Rhodos erhöhten ihre Preise um 12 bis 19 Prozent. „Diese Ziele konnten bereits letztes Jahr einen großen Nachfrageanstieg verbuchen und versuchen das diese Saison auch in höhere Preise umzumünzen“, kommentiert Autor Lesch.

Abbildung 2: Durchschnittliche Aufpreise im Vergleich zum Vorjahr, Simon-Kucher & Partners, Holiday Pricing Study 2017
Abbildung 2: Durchschnittliche Aufpreise im Vergleich zum Vorjahr, Simon-Kucher & Partners, Holiday Pricing Study 2017

Aufgrund von Sicherheitsbedenken hält die Renaissance der Pauschalreisen an

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Mit der Wahl des Urlaubsziels lässt sich eine Menge Geld sparen, ohne bei der Hotelqualität Abstriche machen zu müssen. Besonders für die Türkei finden sich aktuell noch sehr viele günstige Angebote. Wer mit dem Gedanken an einen Türkeiurlaub spielt, aber krisenbedingt unsicher ist, dem rät Lesch, ein Reisebüro aufzusuchen: „Die Reisebüros sind über die Sicherheitslage und eventuell vorliegende Reisewarnungen des Auswärtigen Amts informiert und können dem Urlauber wertvolle Ratschläge geben“.

Generell spricht auch 2017 viel dafür, den Urlaub als Pauschalreise bei einem dem vielen Reiseveranstalter wie beispielsweise TUI, Neckermann oder Dertour zu buchen. Jahrelang als Auslaufmodell verschrien, werden die Stärken der Pauschalreise im internationalen Krisenumfeld immer wichtiger. Urlauber, die Flug, Hotel und Transfer als Paket buchen, genießen einige Vorteile gegenüber der direkten Einzelbuchung bei Airline und Hotel. Im Krisenfall bieten die meisten Reiseveranstalter unbürokratisch eine kostenlose Umbuchung auf alternative Ziele. Den Urlaubern vor Ort organisieren sie schnellst möglich eine sichere Heimreise. Wer aber Flug und Unterkunft einzeln bucht, trägt in beiden Fällen Risiko, Kosten und Koordination selbst. „Da stellt sich durchaus die Frage, ob es das wert ist und man hier nicht am falschen Ende spart“, so Lesch.

Last Minute-Schnäppchen nicht in Sicht

Wer für den Sommer eine Urlaubsreise plant, der sollte sich mit der Buchung nicht mehr allzu viel Zeit lassen. „Die Preise für alle Ziele liegen bereits über dem Vorjahresniveau und die Reiseveranstalter berichten von einer sehr guten Auslastung“, fasst Lesch zusammen. Mit Last Minute-Schnäppchen sollte man daher in diesem Jahr lieber nicht rechnen.

 

*Holiday Pricing Study 2017: Untersucht wurden die Preise von je 20 Hotels in den genannten Regionen. Auswahlkriterien für die Hotels waren: 4 Sterne, Weiterempfehlungsrate von über 80 Prozent basierend auf mindestens 100 Bewertungen, von mindestens einer der sechs größten Reiseveranstaltern (TUI, Thomas Cook, DER Touristik, Alltours, FTI, Schauinsland Reisen) oder ihren Submarken angeboten. Erfüllten mehr als 20 Hotels die Kriterien, wurden die Hotels mit dem günstigsten Preis ausgewählt. Für den Preisvergleich wurden folgende Kriterien zugrunde gelegt: Flugreise ab Düsseldorf vom 22.07.2017 bis 05.08.2017; 2 Erwachsene, 1 Kind (8 Jahre); günstigste verfügbare Zimmerkategorie; All Inclusive Verpflegung. Es wurden nur Angebote mit geprüfter Verfügbarkeit berücksichtigt. Zeitraum der Erhebung: 14./15. März 2017, https://urlaub.check24.de/

 

Christoph Lesch ist Senior Director und Experte für die Tourismus- und Freizeitindustrie bei der globalen Marketing- und Pricingberatung Simon-Kucher & Partners in Frankfurt.

Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants: Die Beratungsarbeit von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf TopLine Power® ausgerichtet. Laut mehrerer Studien unter deutschen Top-Managern (manager magazin, Wirtschaftswoche, brand eins) ist Simon-Kucher bester Marketing- und Vertriebsberater und führend im Bereich Pricing und Wertsteigerung. Die Unternehmensberatung ist mit 1.000 Mitarbeitern in 33 Büros weltweit vertreten.