Markt für externe Vermögensverwaltung im Umbruch

Eine Studie der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners zeigt die aktuellen Bedürfnisse externer Vermögensverwalter (EVV) in der Schweiz: Durch gestiegene regulatorische Anforderungen und wachsenden Margendruck ändert sich die Zusammenarbeit mit den Depotbanken.

Bonn/Zürich, 17. November 2014 –Wachsende Profitabilitätsansprüche der Banken sowie die zunehmende Preissensitivität bei Endkunden stellen die Schweizer EVV-Branche vor Herausforderungen. Daneben führen gestiegene Regulierungs- und Compliance-Anforderungen zu einem erhöhten Bedürfnis der EVV, wichtige Geschäftsprozesse an ihre Depotbanken teilweise oder vollständig auszulagern. Aus der Befragung von rund 100 Schweizer EVV verschiedenster Grösse und regionaler Herkunft geht klar hervor, dass sich ein Grossteil der Befragten mehr Unterstützung bei regulatorischen und steuerbezogenen Fragestellungen sowie besseren Zugang zu IT-Lösungen der Bank wünscht. Zusätzlich streichen profitabilitätsorientierte Depotbanken sukzessive Sonderkonditionen und Rückvergütungen bei Geschäftsbeziehungen mit EVV, die eine kritische Grösse an verwaltetem Kundenvermögen nicht erreichen. Externe Vermögensverwalter in der Schweiz können dadurch gezwungen sein, ihre Bankbeziehungen zu konzentrieren, um weiterhin profitabel wirtschaften zu können. Zudem verlangt die Branche nach rückvergütungsfreien Angeboten – während immer preissensitivere Endkunden die Gesamtmargen der EVV belasten. „Die Branche ist allgemein im Umbruch: Banken, Kunden und Regulierungsbehörden haben hohe Ansprüche an die schweizerischen Finanzintermediäre. Vermögensverwalter müssen sich anpassen – und mit ihnen auch die Depotbanken“, erklärt Petra Knüsel, Partnerin bei Simon-Kucher im Zürcher Büro. „Sie müssen die Gunst der Vermögensverwalter gewinnen und sich auf ihre Bedürfnisse einstellen“.

Rückvergütungsfreie Modelle gefordert

Die EVV-Studie zeigt deutlich, dass heute die Mehrheit aller EVV der Höhe von (verdeckten) Rückvergütungen der Banken an die Vermögensverwalter (in der Fachsprache Kickbacks und Retrozessionen genannt) keine Beachtung mehr schenkt. „Depotbanken, die frühzeitig rückvergütungsfreie Modelle anbieten, können also ihre Position im Markt stärken“, sagt Jan Engelke, Partner bei Simon-Kucher. „Dadurch dass diese Rückvergütungen stärker reguliert werden und allgemein mehr Transparenz für den Endkunden gefordert wird, hat das Kickback-Modell sowieso mittel- bis langfristig keinen Bestand mehr. Depotbanken sei empfohlen, jetzt Alternativen zu entwickeln.“ Und so plant schon heute mehr als die Hälfte der EVV, die noch Rückvergütungen annehmen, in den kommenden drei Jahren teilweise oder vollständig auf Kickbacks zu verzichten. Und dies obschon die Rückvergütungen bei knapp einem Viertel aller befragten EVV noch immer mehr als 25 Prozent ihrer Gesamteinkünfte ausmachen. Gleichzeitig erheben aber heute fast alle EVV eine separate Management-Gebühr bei ihren Vermögensverwaltungsmandaten und sind somit nur beschränkt abhängig von anderweitigen Einkommensströmen.

Standards setzen mit wertvollen Dienstleistungen

Aus den gestiegenen Regulierungen und Compliance-Anforderungen ergeben sich in der Branche aber auch Chancen: Wenn Depotbanken den EVV entsprechende unterstützende Dienstleistungen anbieten, können diese letztlich auch ihren Endkunden eine höhere Service-Qualität bieten. Dienstleistungen der Depotbank an den EVV, welche dessen persönliche Beziehung zum Endkunden stärken (z.B. personalisiertes Reporting) oder unabhängige Produktentscheide fördern (z.B. offene Produktplattform) versprechen Wachstumspotenzial. Schon heute kann sich rund jeder fünfte EVV vorstellen, solche spezifischen Dienstleistungen der Depotbank zu vergüten. Sollten Gebühren für diese Leistungen eingeführt werden, wären über 60 Prozent der EVV bereit, für Steuer- und Rechtsberatung zu bezahlen. Mehr als 40 Prozent äussern zudem Zahlungsbereitschaft für den Zugang zu IT-Lösungen der Bank. „Hier haben die Depotbanken die Möglichkeit, ihre EVV-Kollaborationsmodelle zu optimieren. Vorausgesetzt, sie bleiben beim Angebot an Preismodellen flexibel“, so Studienleiter Max Biesenbach, Senior Consultant bei Simon-Kucher. „First Mover können den Standard setzen.“

 

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Petra Knüsel ist Partnerin bei Simon-Kucher & Partners in der Schweiz. Dr. Jan Engelke leitet die Schweizer Gesellschaft. Beide sind Bankenexperten speziell für Private Banking und Private Wealth Management. Max Biesenbach ist Senior Consultant im Competence Center Banking in Zürich.


Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants: Die Beratungsarbeit von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf „Smart Profit Growth“ ausgerichtet. Simon-Kucher gehört zu den zehn „Besten Beratern 2014“ in Deutschland (Studie der WirtschaftsWoche Ausgabe 45/2014). Laut manager magazin-Umfragen unter deutschen Top-Managern ist Simon-Kucher bester Marketing- und Vertriebsberater (2007 und 2011). Eine Studie der Zeitschrift brand eins Thema und Statista (Mai 2014) stuft Simon-Kucher als besten Berater für Marketing & Pricing sowie Vertrieb & CRM ein. Die Unternehmensberatung ist mit 720 Mitarbeitern in 28 Büros weltweit vertreten.

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