Allzeithoch bei ausländischen DAX-Vorständen

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Der Anteil ausländischer Vorstände in DAX-Unternehmen hat 2017 einen historischen Höchststand erreicht. Auch der Frauenanteil markiert einen neuen Rekord, wobei fast jede zweite Frau aus dem Ausland stammt.

Der Anteil ausländischer DAX-Vorstände hat zum ersten Mal in der Geschichte des DAX den Wert von 30 Prozent durchbrochen: Zum Stichtag 1. Juli 2017 lag der Anteil bei 30,8 Prozent und somit deutlich über dem letztjährigen Wert von 27,2 Prozent. Das ergibt die aktuelle Studie „Internationalität und Frauenanteil der DAX30-Vorstände 2017*“ der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners.

„Die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate ist bemerkenswert“ kommentiert Studienautor Christoph Lesch, Senior Director bei Simon-Kucher & Partners. „Einen Anstieg von knapp vier Prozentpunkten haben wir seit Beginn unserer Untersuchung noch nie beobachtet.“ Bereits seit 2005 analysiert die Unternehmensberatung alljährlich die Internationalität der DAX30-Vorstände. Der bisherige Höchstwert wurde 2013 mit 29,1 Prozent markiert.

Ausländeranteil auf Vorstandsebene der DAX30-Unternehmen

Betrachtet man die Verteilung über die DAX-Unternehmen, zeigt sich, dass mittlerweile bei 25 der 30 Konzerne mindestens ein Ausländer im Vorstand sitzt. Nur fünf Unternehmen sind rein deutsch geführt: Commerzbank, E.on, Infineon, RWE und Vonovia. Den höchsten Ausländeranteil weisen Adidas und Fresenius Medical Care mit jeweils 71,4 Prozent auf, hier stammen je fünf der sieben Vorstände aus dem Ausland.

Bemerkenswert ist die breite Basis, auf welcher der Anstieg des Ausländeranteils in den Vorständen im vergangenen Jahr stattfand. "Die insgesamt elf hinzugekommenen ausländischen Vorstände verteilen sich sehr breit auf neun DAX-Unternehmen", stellt Lesch fest. Dem gegenüber stehen nur zwei Unternehmen, in deren Führungsspitzen der Anteil ausländischer Manager zurückging: Deutsche Post und RWE.

Anzahl DAX30-Unternehmen mit Ausländern auf Vorstandsebene

Unterdurchschnittlich ist der Anteil ausländischer Vorstandsvorsitzender. Aktuell werden sechs DAX-Konzerne von Ausländern geführt, das entspricht einem Anteil von 20 Prozent. „Dies ist aber eine Momentaufnahme. 2013 lag der Anteil schon einmal bei 28 Prozent, wir werden die alte Höchstmarke vermutlich in den kommenden Jahren wieder erreichen“, prognostiziert Lesch.

Zwei Drittel der DAX-Unternehmen mit Frauen im Vorstand

Auch der Frauenanteil hat den Rekord aus dem Vorjahr übertroffen. 26 Frauen (12,9 Prozent) befinden sich im Jahr 2017 in DAX-Vorständen, fünf mehr als im Vorjahr. Der Frauenanteil hat sich somit seit 2010 beinahe versechsfacht. Dies liegt daran, dass der Anteil der Frauen unter den neu berufenen Vorständen durchgängig relativ hoch war. Im vergangenen Jahr war zum Beispiel fast jeder vierte neu berufene Vorstand eine Frau. Auch der Anteil der Unternehmen, die mindestens eine Frau im Vorstand haben, ist auf Rekordhöhe. So weisen in diesem Jahr exakt zwei Drittel der Unternehmen weibliche Vorstandsmitglieder auf – im Vorjahr waren es mit 17 Unternehmen noch drei weniger. „Wenn der Anstieg sich in den kommenden Jahren so fortsetzt, dann wird die Frauenquote im Jahr 2025 das aktuelle Niveau ausländischer Vorstandmitglieder von 30 Prozent erreichen“, prognostiziert Studienautor Lesch.

Frauenanteil auf Vorstandsebene der DAX30-Unternehmen

Frauen auf DAX-Vorstandsebene sehr international

Bemerkenswert ist, dass unter den aktuell 26 Frauen in Vorständen fast die Hälfte (46,2 Prozent) aus dem Ausland stammt. Auch im vergangenen Jahr bestätigte sich dieser Trend: Vier von acht neu berufenen Frauen haben einen ausländischen Pass. „Es scheint so, als ob es den Unternehmen einfacher fällt, im Ausland geeignete Kandidatinnen zu finden“, kommentiert Studienautor Lesch. Diese Tatsache hat aber vermutlich weniger mit einer allgemein besseren Qualifikation ausländischer Managerinnen zu tun als viel mehr mit der Tatsache, dass aktuell jedes deutsche Unternehmen gerne eine Frau in den Vorstand berufen möchte. „Der deutsche Markt für Top-Managerinnen reicht mengenmäßig einfach nicht aus, um diese Nachfrage zu bedienen“, so Lesch.

Christoph Lesch ist Senior Director bei der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners.

*Die Studie Internationalität und Frauenanteil der DAX30-Vorstände“ wird seit 2005 von Simon-Kucher & Partners erhoben. Hierbei wird die Anzahl der ausländischen Vorstandsmitglieder sowie von Frauen in den DAX30-Unternehmen zu einem Stichtag (01.07.) ermittelt.

Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants: Die Beratungsarbeit von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf TopLine Power® ausgerichtet. Laut mehrerer Studien unter deutschen Top-Managern (manager magazin, Wirtschaftswoche, brand eins) ist Simon-Kucher bester Marketing- und Vertriebsberater und führend im Bereich Pricing und Wertsteigerung. Die Unternehmensberatung ist mit über 1.000 Mitarbeitern in 34 Büros weltweit vertreten.