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Neuinterpretation einer Sparkasse in Zeiten der Digitalisierung

zufunkt

Seit über 200 Jahren prägen Sparkassen ihre Regionen. Doch in einer Welt, in der Innenstädte an Frequenz verlieren und digitale Plattformen dominieren, reicht physische Präsenz allein nicht mehr aus. Wie kann eine Sparkasse ihren öffentlichen Auftrag neu interpretieren – und dabei Nähe, Relevanz und Zukunftsfähigkeit sichern?

In dieser Episode spricht Steffen Ulitzka mit Gunther Wölfges, langjähriger Sparkassenvorstand und Vorstandsvorsitzender, über Gemeinwohl, regionale Ökosysteme und die strategische Rolle der Sparkasse im digitalen Zeitalter.

Im Fokus:

  • Regionale Mission als strategischer Kern: Gemeinschaft stärken und Wertschöpfung vor Ort halten
  • Digitale Plattformen als Brücke zwischen Handel, Kunden und Sparkasse
  • Versorgung statt Produktverkauf: Lebensbegleitung systematisch denken
  • Vision und Haltung in der Führung als Grundlage langfristiger Erneuerung

     

Transcript

00:00:03:12 - 00:00:13:12
Zukunft. Regionalbank. Experten. Einblicke. Lösungen. Der Regionalbanken Podcast von Simon-Kucher mit Steffen Ulitzka.

00:00:13:14 - 00:00:40:01
Steffen Ulitzka
Seit über 200 Jahren gibt es Sparkassen und Regionalbanken. Doch ehrlicherweise, in Zeiten der Digitalisierung reicht häufig eine physische Präsenz allein nicht mehr aus. Das trifft jetzt ehrlicherweise nicht nur den Bankensektor, sondern auch alles, was regional passiert. Vor diesem Hintergrund ist natürlich die Frage spannend: Wie kann sich eine Sparkasse neu erfinden und wie sieht eine Neuinterpretation einer Sparkasse in Zeiten der Digitalisierung aus?

00:00:40:03 - 00:00:44:10
Steffen Ulitzka
Dazu spreche ich heute mit Gunther Wölfges. Schön, dass Sie da sind. Mögen Sie sich kurz vorstellen?

00:00:44:12 - 00:01:15:08
Gunther Wölfges
Ja, vielen Dank, Herr Ulitzka, für die Einladung zu diesem Podcast. Freue mich sehr darüber. Ja, ich bin ein Sparkassengewächs von 1980 an bis 2024. 44 Jahre von der Ausbildung bis zum Ruhestand bis zur Pension bei der Sparkasse gewesen, davon die letzten 24 Jahre als Vorstand und 20 Jahre als Vorstandsvorsitzender, zunächst in der Stadtsparkasse Haan im Rheinland, dann fünf Jahre an der Mittelmosel bei der Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück in  Bernkastel-Kues und Umgebung.

00:01:15:10 - 00:01:20:12
Gunther Wölfges
Und dann zehn Jahre bei der Sparkasse Wuppertal, wo ich dann in Pension gegangen bin.

00:01:20:14 - 00:01:36:11
Steffen Ulitzka
Sehr schön. In dieser Zeit, die ist ja durchaus beachtlich, kriegt man ja einiges mit, kriegt auch viel von diesem Wandel mit. Ich sage mal, aber eins ist ja doch etwas, was zentral weiterhin für die Sparkassen besonders oft zentral bleiben wird. Was sind denn aus Ihrer Sicht die zentralen Aufgaben einer Sparkasse?

00:01:36:13 - 00:01:59:12
Gunther Wölfges
Ja, Sie müssen als Sparkasse immer den Blick haben auf die lokale Gemeinschaft, auf die Gemeinschaft der Menschen, die da leben und dann auf den Einzelnen. Beide Themen spielen eine Rolle. Die Frage: Was kann ich für die Gemeinschaft tun, um eine Gemeinschaft weiterzuentwickeln, dass sie sich in diesen Zukunftsfragen dann weiterentwickelt und für die Menschen da ist und eine eine gute Kultur sich entwickelt vor Ort?

00:01:59:13 - 00:02:16:23
Gunther Wölfges
Das Zweite ist: Wie können wir die einzelnen Menschen gut versorgen? Wie kann man den Einzelnen an die Themen heranbringen, an die Vermögensbildung zum Beispiel? Damit fängt ja der Kerngedanke der Sparkasse an, deswegen heißt sie so. Wie kann ich Menschen dazu bringen, sozusagen ihren Wohlstand selber in die Hand zu nehmen?

00:02:17:00 - 00:02:33:07
Steffen Ulitzka
Ich habe das am Anfang schon mal angeschnitten. Jetzt trifft ja die Digitalisierung nicht nur die Sparkasse, sondern trifft ehrlicherweise die komplette regionale Gemeinschaft. Inwiefern ist vielleicht auch genau dieser Gedanke, die regionale Gemeinschaft zu stärken, heute auch noch mal wichtiger, als es früher vielleicht war?

00:02:33:09 - 00:03:05:07
Gunther Wölfges
Ja, die Städte werden immer leerer, Sie sehen das. Um Weihnachten herum sehen sie nur noch die vollen Papiercontainer und irgendwelche Pakete durch die Städte flitzen sozusagen per Paketbote. Und das führt dazu, dass im Grunde genommen die regionalen Gemeinschaften leiden. Also wenn Sie heute in eine auch eine Großstadt gehen, dann finden sie viele leere Landenlokale usw. Und es ist wichtig, im Grunde genommen bei den Menschen zu bleiben und zu sagen wir müssen zu dem Persönlichen eben das Andere dazugeben.

00:03:05:07 - 00:03:15:19
Gunther Wölfges
Aber das Persönliche, die Beziehung zueinander bleibt wichtig. Also untereinander die Gemeinschaft weiter stärken und bilden, aber auch einen persönlichen Bezugspunkt zu den Menschen zu behalten.

00:03:15:21 - 00:03:35:24
Steffen Ulitzka
Ja, definitiv. Das kann ich auf jeden Fall nur bestätigen. Es wird auch immer austauschbarer. Also die Innenstädte sehen immer gleicher aus. Viele Geschäfte, sei es im Einzelhandel als auch in der Gastronomie etc. haben zu kämpfen. Es stellt sich natürlich die Frage die Frage: Eine Sparkasse, die aus dem Finanzsektor auch kommt, was kann die denn überhaupt konkret tun, um die regionale Gemeinschaft zu stärken?

00:03:36:01 - 00:04:01:24
Gunther Wölfges
Ja, auf der einen Seite kümmern sie sich natürlich um das Wohl des Einzelnen und sie versorgen die Menschen mit dem, was sie für ihr Leben brauchen, um ihre Lebens wünsche zu erfüllen. Das fängt vom Girokonto an über die Sparprozesse, Vermögens-, Bildungsprozesse bis hin zu Finanzierungsthemen im privaten wie im gewerblichen Bereich. Also wir sind ja für die Privatperson wie auch für die für den Mittelstand ein Ansprechpartner und versorgen Sie mit dem, was Sie benötigen.

00:04:02:01 - 00:04:20:01
Gunther Wölfges
Und das, was wir dabei erwirtschaften, geben wir an die Gemeinschaften zurück und versuchen darüber die lokalen Gemeinschaften zu stärken, in den verschiedenen Bereichen, die man in der Kultur, im Sport, in der Bildung usw hat und damit einen Beitrag zu leisten, dass lokale Gemeinschaften stark bleiben.

00:04:20:03 - 00:04:47:11
Steffen Ulitzka
Jetzt ist ich sage mal dieser dieser Teil ja etwas der, wo man an verschiedensten Stellen ansetzen kann. Das ist gerade auch angesprochen. Ich kann beispielsweise die lokalen Vereine unterstützen. Ich unterstütze die lokale Wirtschaft, indem ich natürlich auch finanziere. Ich helfe den Menschen dabei, überhaupt erst mal an die richtigen Finanzthemen zu denken, das nicht zu vergessen. Jetzt ist es so, dass Sie ja jetzt gerade in Wuppertal noch mal einen speziellen Weg gegangen sind sozusagen, wir wollen den Regionalgedanken noch mal stärken.

00:04:47:13 - 00:04:49:11
Steffen Ulitzka
Können Sie da vielleicht noch mal etwas tiefer drauf eingehen?

00:04:49:15 - 00:05:17:02
Gunther Wölfges
Ja, das heißt natürlich auch Plattform zu bieten, also im Grunde, um die digitale Welt mit der physischen Welt zu verbinden. Das ist ein Plattformgedanke vom regionalen Ökosystemen, wo Sie ein Ökosystem schaffen, eine Plattform schaffen, wo zum Beispiel der regionale Handel vorkommen kann und sich präsentiert und darüber den Kontakt bekommt zu dem, der in der digitalen Welt zu Hause ist, aber die Möglichkeit besteht, dass man eben auch hingeht.

00:05:17:04 - 00:05:35:06
Gunther Wölfges
Und insofern verbindet man physische und digitale Welt miteinander. Und da kann eine Sparkasse Gutes tun. Die Instrumente, die es dazu gibt, sind sehr unterschiedlich. Aber der Gedanke ist wichtig. Ich muss die digitale Welt mit der physischen Welt verbinden und darüber die Menschen auch in der physischen Welt behalten.

00:05:35:08 - 00:05:56:11
Steffen Ulitzka
Vielleicht wenn ich da noch mal so ein bisschen drauf eingehen kann, das heißt quasi die Idee zu sagen, ich nutze die Sparkasse, die ja durchaus Kontaktpunkte ja auch für den Kunden hat, ganz offen gesagt, jeder setzt sich irgendwie allein, sei es durchs Onlinebanking, damit auseinander, dass ich mal gucke, was passiert. Also zu sagen ich nutze diese Stärke, die ich ja habe, weil ich die Kontaktpunkte der Menschen habe, dann ein,

00:05:56:13 - 00:06:06:07
Steffen Ulitzka
um den Handel damit zu verbinden? Vielleicht wenn wir da noch mal ein bisschen konkreter drauf eingehen können: Was heißt das dann genau? Also was mache ich dann an der Stelle als Sparkasse? Was ermöglicht da dem Handel?

00:06:06:09 - 00:06:37:21
Gunther Wölfges
Dem Handel ermöglicht es sichtbar zu werden. Da wo die Menschen sich bewegen. Und die bewegen sich nun mal in der digitalen Welt häufiger als in der physischen Welt. Nur mal ein Beispiel: Die Sparkasse Wuppertal, habe ich heute in der Zeitung gelesen, 13 Millionen Kontakte über die digitale Welt und wenn Sie mal gucken, ist das ein Faktor zehn oder noch mehr zu den physischen Kontakten an den Filialen der Sparkasse, ob an Geldautomaten oder in den Filialen selber.

00:06:37:23 - 00:07:08:19
Gunther Wölfges
Und deswegen ist es wichtig, dort vorzukommen und wenn man dem Handel zum Beispiel die Möglichkeit gibt, sich dort zu präsentieren mit seinen Produkten und vielleicht noch, weil der Sparkassenkunde dann einen Vorteil bekommt, das zu stärken, zum Amt zu reizen, dort hin zu gehen und letztendlich ein Produkt dann am Ende des Tages oder eine Kinokarte oder was auch immer, was man sich vorstellen kann, dort zu erwerben, dann führt das über die Vorteilhaftigkeit und die Frequenz dann zu einer Stärkung des regionalen Angebotes.

00:07:08:21 - 00:07:35:12
Steffen Ulitzka
Und gleichzeitig ja auch umgekehrt. Das darf man da, glaube ich, nicht ganz außen vorlassen, ist das natürlich auch für die Sparkasse vorteilhaft. Ich habe ja auch als Sparkasse dann die Möglichkeit, ich sage mal Kunden Chancen zu geben, auch Vorteile mitzunehmen, gleichzeitig aber natürlich auch Sichtbarkeit. Also wenn ich da als Kunde, ich sage mal umgekehrt, mir das Ganze angucken will, weil ich eben Interesse an den regionalen Handelsthemen habe, komme ich nämlich trotzdem irgendwie auf die digitale Plattform der Sparkasse.

00:07:35:14 - 00:07:44:08
Steffen Ulitzka
Ist das was, wo Sie, wo Sie auch sagen können aus Erfahrung, die Sie da haben, dass es diese Wechselwirkung dann auch gibt, also ich auch als Sparkasse dadurch profitiere, kommt das in der Wahrnehmung der Kunden an?

00:07:44:10 - 00:08:04:04
Gunther Wölfges
Ja, im Grunde genommen geht es ja darum, dass das Sie ihre eigene Marke stärken. Das ist wichtig, aber den anderen eben auch die Möglichkeit geben, ihr Geschäft zu stärken. Wir sind zwei Wege gegangen. Wir haben zum Beispiel, bei uns heißt das Treuewelt, das kann man aber auch anders nennen. Das kommt nicht darauf an, aber da kommen wir natürlich auf die Sparkasse auch vor.

00:08:04:04 - 00:08:30:23
Gunther Wölfges
Und Sie können dann sehen, welche Versorgungsfelder, so haben wir das genannt, der Kunde bei uns schon abdeckt und wir sozusagen, wo die Lücke ist. Das kann er ja dann in dieser Treuewelt auch sehen. Aber wir sind noch einen Schritt weiter gegangen. Wir haben auch Nicht-Sparkassenkunden die Möglichkeit gegeben, sozusagen Mitglied dieser Treuewelt zu werden mit dem Gedanken darüber, schon den ersten Kontakt zu bekommen, auch wenn sie nicht unsere Produkte nutzen.

00:08:31:00 - 00:08:47:20
Gunther Wölfges
Und das trifft dann Ihren Gedanken zu sagen, das ist dann für uns vorteilhaft, wenn eine Plattform da ist, die von den Menschen angenommen wird, die die lokale Gemeinschaft stärkt. Auf der anderen Seite, da Menschen hingehen, die noch nicht unsere Kunden sind, aber vielleicht darüber auch unsere Kunden werden können.

00:08:47:22 - 00:09:12:22
Steffen Ulitzka
Ja, den Gedanken finde ich tatsächlich sehr spannend, weil das natürlich genau dieser dieser Aspekt ist vor dem ja auch offen gesagt viele, viele Sparkassen auch stehen, zu sagen so, wie komme ich eigentlich überhaupt in Kontakt mit Menschen, die noch nicht meine Kunden sind? Weil ich sage mal ganz offen gesagt, der klassische Weg, wie ich ja an Menschen komme und das trifft auch auf mich zu, dass man irgendwann dann als Kind in den KNAX-Club kommt und dann entwickelt sich das mit der Zeit weiter.

00:09:12:24 - 00:09:44:22
Steffen Ulitzka
Das ist natürlich etwas, was gerade heutzutage, wo ich sage mal, demografischer Wandel, braucht man nicht viel von erzählen, wir haben ehrlicherweise zu wenig Kinder. Das natürlich dann auch schon eine Frage ist: Wie kann ich überhaupt Brücken schlagen? Wie schaffe ich es überhaupt, Menschen davon zu überzeugen, dass es mal sinnvoll wäre, sich auch mal mit einer Sparkasse auseinanderzusetzen? Von daher ist das in der Tat ein sehr interessanter Punkt, dass ich natürlich sage, auch durch so eine Positionierung, die jetzt ich sage mal erst mal agnostisch ist, sondern ich stelle das Regionale in den Fokus und sagt dann: Ja, aber wir als Sparkasse spielen natürlich regional auch eine Rolle und wir können dem Kunden auch dabei

00:09:44:22 - 00:10:01:06
Steffen Ulitzka
helfen. Ist insofern ein natürlich ein sehr, sehr interessanter Punkt. Würden Sie das aus Ihrer Erfahrung so bestätigen, dass das auch bei den Kunden so wahrgenommen wird, oder ist da direkt diese Brille drauf? Na ja, das kommt jetzt von der Sparkasse. Oder sehen die auch wirklich dieses Thema, ne es ist eigentlich was Regionales, aber unterstützt durch die Sparkasse.

00:10:01:08 - 00:10:27:18
Gunther Wölfges
Ich glaube, das dauert sehr lange und es ist ein anstrengender Weg, das rüberzubringen. Zu sagen, wir arbeiten jetzt nicht dafür, unsere Gewinne zu maximieren, das ist ein wichtiger Punkt, sondern wir haben eine andere Motivation. Wir haben einen anderen Auftrag, wir sind unterwegs, um etwas Gutes zu tun für die Menschen, für den Einzelnen, aber auch für die Gemeinschaft und das, was wir bei den Geschäften mit dem Einzelnen oder dem Unternehmen verdienen

00:10:27:18 - 00:10:49:03
Gunther Wölfges
das geben wir zum großen Teil wieder zurück. Es geht also nichts irgendwo anders hin. Das ist ein Kerngedanke, der erst mal rüberkommen muss, dass sozusagen, das bleibt alles bei uns, es bleibt alles bei uns und dann diesen zweiten, den nächsten Schritt zu tun, zu sagen, nehmen wir mal 50, 50. Die Sparkasse hatte 50 % Marktanteil und alle anderen 50 %.

00:10:49:05 - 00:11:20:09
Gunther Wölfges
Das ist häufig so, manchmal mehr, manchmal weniger. Und es geht ja nicht darum, nur die 50 % immer zu verteidigen, sozusagen, dass keiner da reinkommt und nichts wegnimmt, sondern wir müssen in die Hälfte reingehen, die noch nicht unsere Kunden sind. Und das ist ganz wichtig, das auch auf solchen Plattformen mitzudenken und zu sagen: Wie kann ich das schaffen, diese Kontaktpunkte, die da sind, zu nutzen, um neue Kunden zu gewinnen, die sich diesem Vorteilhaftssystem anschließen wollen, dieser regionalen Gemeinschaft?

00:11:20:11 - 00:11:43:08
Steffen Ulitzka
Ich glaube, den einen Punkte auch, da würde ich gern noch mal etwas tiefer reingehen, weil der ist glaube ich wirklich entscheidend in dem Kontext, weil wir gesagt haben es geht jetzt nicht darum, dass ich einfach nur, ich sage mal salopp gesagt, meine meine Gewinne jetzt maximieren, weil das ist natürlich auch aus meiner Sicht ein wichtiger Unterscheidungsfaktor, den ich nun mal als regionales Institut auch habe, im Verhältnis zu den ganzen Digitalspielern drumherum.

00:11:43:08 - 00:12:04:14
Steffen Ulitzka
Ohne jetzt Namen zu nennen es gibt ja auch die verschiedensten Vergleichsplattformen und alles mögliche. Und das Ziel ist ja eigentlich immer, ich will irgendwo noch da eine Provision verdienen und da noch eine Provision verdienen und ein anderes Beispiel, wo ich das immer ganz schön sehe, ist tatsächlich auch das Thema, beispielsweise im Kontext der der Baufinanzierung, wo man ja auch sieht, dass da Vermittler immer wichtiger werden.

00:12:04:14 - 00:12:32:01
Steffen Ulitzka
Und auch da ist ja häufig so, ja, wo kann ich noch mal eine Provision rausholen? Wie kann ich den Kunden von einem zum anderen Institut bewegen, damit ich noch mal eine Provision bekomme? Deswegen finde ich den Gedanken sehr spannend. Das heißt auch da, nur um das vielleicht auch noch mal so ein bisschen, wenn Sie dann noch mal tiefer drauf eingehen können, das heißt, die Idee ist auch wirklich, wenn ich quasi dem Handel sage Hey, möchtest du lieber Handel bei mir auf die Plattform kommen, dann sage ich auch bewusst, es geht mir jetzt nicht darum, dass ich als Sparkasse da jetzt Provision von bekommen möchte, sondern wirklich, ich möchte dir Sichtbarkeit geben.

00:12:32:07 - 00:13:02:13
Gunther Wölfges
Ganz genau. Und wir haben das auch so gemacht, dass wir von dem Handel nichts dafür genommen haben. Das heißt, wir haben die Sichtbarkeit geschenkt, wir haben sogar teilweise versucht, eigene Auftritte auf Webseiten für kleinere Anbieter zu schaffen, zu praktisch für fast null, damit sie sichtbar werden. Es kommt auf die Sichtbarkeit an, das ist ja das Entscheidende. Wenn sie nicht da sind, wo die Menschen sind, dann gehen sie aus dem Blickfeld raus und die Menschen sehen sie nicht und können auch nichts bei ihnen kaufen.

00:13:02:16 - 00:13:13:11
Gunther Wölfges
Sie kommen nicht vor. Und dagegen zu arbeiten ist ein wichtiger Punkt. Und das hat uns motiviert, eben eine solche Plattform zu schaffen, wo das dann passiert.

00:13:13:13 - 00:13:36:21
Steffen Ulitzka
Einen Gedanken, den wir vorhin auch schon mal so ein bisschen angerissen hatten, ist ja auch das Thema der der Versorgung tatsächlich des Einzelnen, also sich damit auseinanderzusetzen. Und auch da ist zumindest meine Erfahrung auch der der letzten Jahre, dass wir da natürlich auch in einem, ich sage mal Spannungsfeld in gewisser Weise sind, weil auf der einen Seite die Menschen immer in einer gewissen Lethargie sind, sich mit Finanzthemen auseinanderzusetzen.

00:13:36:21 - 00:13:55:19
Steffen Ulitzka
Es sind offen gesagt nicht die Themen, mit dem man sich gerne abends nach der Arbeit noch mal hinsetzen muss. Für viele Menschen nicht, sondern dann ist häufig das Smartphone auf anderen Seiten unterwegs und nicht bei der bei der Sparkasse. Das ist natürlich trotzdem der Punkt irgendwie, dass wir ja diesen regionalen Auftrag ja auch erfüllen wollen auch als Sparkasse für den Einzelnen.

00:13:55:19 - 00:14:13:04
Steffen Ulitzka
Und vielleicht, wenn Sie da noch mal so ein klein bisschen darauf eingehen können, inwiefern da dieser Gedanke mit rein zählt oder wie Sie das quasi gemacht haben, da den Kunden auch noch stärker oder den Menschen noch stärker zu zeigen Hey, da ist es noch nicht, wo es sein sollte. Das ist das, wo wir dir dir persönlich helfen können,

00:14:13:05 - 00:14:14:01
Steffen Ulitzka
lieber Kunde.

00:14:14:03 - 00:14:36:10
Gunther Wölfges
Wenn Sie jetzt mal die Versorgungsfälle aufmachen, nehmen wir mal an, das sind fünf. Das geht vom Zahlungsverkehr über Vermögensbildung, Sparen, Kredit usw und Versicherung, dann haben Sie die wesentlichen Bereiche abgedeckt. Und wenn Sie jetzt den Menschen zeigen, wo die Lücken sind, dann haben Sie eine Chance, darüber zu sprechen. Und das haben wir visualisiert, zum Beispiel auch in der Treuewelt.

00:14:36:11 - 00:14:59:24
Gunther Wölfges
Da können Sie sehen, welchen Baustein Sie schon haben und welche nicht und was dahinter liegt. Also Sie können da tiefer gehen und gucken, was sind das zum Beispiel für Produkte usw, weil es wichtig ist, dass sie auch glaubhaft rüberbringen. Es geht Ihnen darum, dass es den Menschen gut geht, dass sie gut versorgt sind auf ihrem Lebensweg, um ihre Ziele zu erreichen, damit sie nicht in Schwierigkeiten kommen oder ihre Ziele nicht erreichen.

00:14:59:24 - 00:15:13:15
Gunther Wölfges
Das ist die wichtige Botschaft, dass das der Blick ist, den wir darauf haben und nicht, ich möchte Ihnen jetzt noch ein Produkt verkaufen, weil ich darüber Provision verdiene. Es geht also immer darum, dass es gut für die Menschen sein muss.

00:15:13:17 - 00:15:35:09
Steffen Ulitzka
Und das Spannende dabei tatsächlich ist ja, dass es häufig so ist, dass die Menschen ja auch schon wissen, dass sie eigentlich nicht genug tun. Es ist ja nicht so, dass ich jetzt dasitze und sage, ja ne eigentlich bin ich komplett perfekt ausgestattet. Und jetzt muss mir jemand erklären, warum ich jetzt doch noch mal was anders machen sollte, sondern, weil den meistens ist es ja so, dass da wirklich noch Themen da sind.

00:15:35:09 - 00:16:06:18
Steffen Ulitzka
Das gleiche trifft ja ehrlicherweise dann auch wieder auf den Regionalhandel zu und alles was da mit eingeht, weil ich sage mal, ich kaufe mir ja trotzdem den Kaffee. Ich brauche ja trotzdem Produkte und ich hab da die Wahl, das über eine digitale Plattform zu bestellen oder ich kann das regional machen. Ich glaube deswegen, geht das aus meiner Sicht schon Hand in Hand, dass ich quasi dem Kunden oder den Menschen in der Region aufzeigen kann Hey, die Bedürfnisse die du hast, die können wir auch hier in der Region bedienen und zwar sowohl auf der finanziellen Seite als auch in allen anderen Themen.

00:16:06:20 - 00:16:29:18
Gunther Wölfges
Genauso ist das. Aber es kann man auf beiden Wegen machen, das kann man digital wie physisch machen. Es gibt bestimmte Dinge, die bekommen sie tatsächlich nicht mehr vor Ort. Das ist auch so, aber die anderen eben wohl. Und man muss immer wieder zeigen, was gibt es denn hier? Und sagen wir mal ehrlich, ich habe das immer so beschrieben, wenn ich in einer Stadt lebe, selbst wenn ich da lebe, dann kenne ich zwei, drei Wege, die ich regelmäßig gehe.

00:16:29:22 - 00:16:52:03
Gunther Wölfges
Aber in der nächsten Straße weiß ich schon wieder nicht, was da ist. Also ich kenne überhaupt gar nicht das Angebot einer Stadt und eine digitale Plattform macht es möglich, dass ich das sehe, dass das sichtbar wird, das ist ganz interessant. Ach was, das gibt es da auch? Gucke ich doch mal und dann, ich fahr da auch mal hin.

00:16:52:05 - 00:17:01:23
Gunther Wölfges
Das ist interessant, was da passiert. Also mir geht das so, ich weiß nicht, ob es anderen Menschen auch so geht.

Steffen Ulitzka
Definitiv.

Gunther Wölfges
Genau, manche Touristen kennen die Stadt besser als ich.

00:17:02:00 - 00:17:18:02
Steffen Ulitzka
Das muss ich ganz offen so sagen, das sehe ich bei mir selber auch, wenn ich irgendwo anders hinfahre. Wie viel Zeit man dann damit verbringt, durch andere Städte zu laufen und sich die alle möglichsten Ecken anzuschauen und bei der eigenen Stadt, wo man wohnt, ja gut, da hat man sein kleines Umfeld, in dem man sich bewegt und den Rest kennt man gar nicht.

00:17:18:02 - 00:17:36:06
Steffen Ulitzka
Von daher definitiv, ist das. Auch da bewege ich den Menschen dann ja aus der Lethargie heraus zu sagen ich bleibe in meiner ,,kleinen Blase", die ich kenne und sehe eigentlich was, was die Stadt noch kann. Und das stärkt natürlich dann wiederum auch insgesamt die Wahrnehmung der Stadt, was natürlich dann auch ein sehr schöner Nebeneffekt in dem Kontext ist.

00:17:36:10 - 00:18:11:18
Gunther Wölfges
Ganz genau. Und das andere, eben das Zurückgeben in die Gemeinschaft, das finde ich persönlich, habe ich immer ganz wichtig gefunden, diesen Gemeinwohlgedanken zu stärken. Also wir sorgen mit dafür in ganz erheblichem Maße, dass diese Infrastruktur, die das ist dann am Ende des Tages, das bestehen bleibt, dass Vereine da sind, dass die Menschen Kulturstätten besuchen können, Sport machen können, dass sie sich bilden können in den unterschiedlichsten, dass Soziales gestärkt wird, das ist so wichtig und das zeigt dann im Grunde um den Rundumblick, dass es um mehr geht als nur um das, Wir sagen das Geld.

00:18:11:20 - 00:18:16:15
Gunther Wölfges
Es geht um mehr als Geld. Das ist eben auch das, was die Sparkasse ausmacht.

00:18:16:17 - 00:18:34:23
Steffen Ulitzka
Definitiv. Wenn ich jetzt, ich sage mal aus der Rolle eines einer Führungskraft in einer Sparkasse oder Regionalbank mir das heutige Gespräch anhöre und mir dann überlege, was mache ich jetzt damit? Was wären so die wichtigsten Punkte, die Sie den Zuhörern und Hörerinnen mit auf den Weg geben und sagen würden, an die Sachen sollte man zu allererst mal denken?

00:18:35:00 - 00:19:02:12
Gunther Wölfges
Ich glaube, man muss diese Grundvision, Philosophie, die muss man verinnerlichen und und sagen: Worum geht es hier eigentlich? Es geht darum, eine Gemeinschaft zu stärken. Und es geht darum, den Einzelnen sozusagen auf seinem Weg sozusagen zu stärken, ihm den Weg zu ermöglichen, im Leben etwas zu erreichen, was er sich vornimmt oder an Unternehmen und die Unternehmensziele zu erreichen, gut zu wirtschaften usw.

00:19:02:12 - 00:19:37:17
Gunther Wölfges
Darum geht es. Wenn man das einmal verinnerlicht hat, dann wird man auch bei veränderten Rahmenbedingungen immer wieder neue Wege finden, wie man das realisieren kann, wie man diese Vision stärken kann oder umsetzen kann, das ist wichtig. Das müsste ich eigentlich immer wieder sagen und immer wieder nur darüber sprechen. Es gibt das alte Beispiel mit dem, wenn man ein Schiff baut, dann ist es wichtig, die, sagen wir, die Vision zu entwickeln, was bedeutet das jetzt, wenn ich mit dem Schiff unterwegs bin und ich komme irgendwo an, das ist dieses Bild, was man da hat, also nicht diese Details zu besprechen, sondern immer wieder die Vision zu stärken.

00:19:37:17 - 00:19:49:01
Gunther Wölfges
Und was ist unsere Mission, wie ist unser Weg? Und dann findet man auch bei veränderten Rahmenbedingungen immer wieder neue Instrumente, neue Wege, um das sozusagen auch auf die aktuelle Zeit zu übertragen.

00:19:49:03 - 00:19:57:13
Steffen Ulitzka
Und dann kann man aus 200 Jahren oder mehr als 200 Jahren Geschichte noch mal mindestens mal 200 Jahre dran machen. Gunther Wölfges, vielen Dank für das Gespräch.

00:19:57:15 - 00:19:59:05
Gunther Wölfges
Herr Ulitzka, habt mich sehr gefreut. Vielen Dank!

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