Aktuelle Studie: 76 Prozent der Konsumenten befürworten höhere Preise für Hackfleisch

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Eine aktuelle Studie von Simon-Kucher & Partners zeigt, dass Verbraucher bereit sind, für Fleisch und Milch erheblich mehr zu bezahlen – vorausgesetzt, der Preisaufschlag kommt den Bauern, Tieren oder der Umwelt zugute.

Einen Preisaufschlag von 20 Prozent auf Hackfleisch halten 70 Prozent der Konsumenten für angemessen; sechs Prozent finden ihn sogar noch zu niedrig. Über zwei Drittel der Befragten würden trotz einer Preiserhöhung nicht weniger Fleisch kaufen, und für knapp zehn Prozent wäre die Erhöhung sogar ein Grund, mehr Fleisch zu kaufen. Selbst bei Konsumenten mit hohem Fleischkonsum (mehr als fünf Tage/Woche) würde der Großteil sein Einkaufsverhalten nicht ändern. Einen Preisaufschlag von 25 Prozent auf Milch hält über die Hälfte der Verbraucher für angemessen. Voraussetzung für die Akzeptanz der Preiserhöhungen ist allerdings, dass diese dem Wohle des Landwirtes, der Tiere oder der Umwelt dienen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Studie* unter deutschen Konsumenten zu ökologisch motivierten Preiserhöhungen der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners.

Präferenz zu Händlern mit ökologisch motiviertem Preisaufschlag

Auch bei der Wahl des Lebensmitteleinzelhändlers zeigt sich das ökologische Gewissen der Verbraucher: So würden 60 Prozent der Befragten einen Lebensmitteleinzelhändler präferieren, der zwar höhere Preise verlangt, diesen Aufpreis aber an die Bauern weitergibt. Dies gilt auch für Konsumenten, die sich generell als sehr loyal gegenüber ihrem „Stamm“-Lebensmitteleinzelhändler bezeichnen: Knapp die Hälfte von ihnen würde wechseln und bei einem Händler einkaufen, der einen ökologisch motivierten Preisaufschlag auf seine Produkte nimmt.

„Das zeigt, dass entgegen der hohen Preissensibilität in Deutschlanddie Akzeptanz für ökologisch motivierte Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und besonders bei Fleisch über alle Einkommensschichten hinweg sehr groß ist“, sagt Tim Brzoska, Partner und Global Head der Consumer Goods Practice bei Simon-Kucher. „Für Lebensmitteleinzelhändler sind das gute Neuigkeiten: Indem sie ökologisch motivierte Preisaufschläge auf ausgewählte Produkte anbieten, verbessern sie nicht nur ihr Image, sondern werden auch attraktiv für potenzielle Neukunden.“ Allerdings sollten Händler ihren Kunden immer die Wahl lassen: „Die Ergebnisse der Studie zeigen zwar, dass die Akzeptanz der Konsumenten für höhere Lebensmittelpreise im Durchschnitt groß ist“, erklärt Tobias Hadinoto, Director in der Consumer Goods Practice bei Simon-Kucher. „Aber es gibt immer auch Kundengruppen, die weiterhin auf Günstigpreise setzen. Lebensmitteleinzelhändler sollten deshalb auf eine sinnvoll durchdachte Segmentierung ihres Angebots setzen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingeht.“


*Über die Studie: Die repräsentative Studie „Akzeptanz ökologisch motivierter Preiserhöhungen“ wurde von Simon-Kucher & Partners im Januar 2021 als Onlinebefragung durchgeführt. 1.262 Konsumenten in Deutschland wurden zu ihrer Zahlungsbereitschaft im Hinblick auf ökologisch motivierte Preiserhöhungen bei Schweinefleisch und Milch sowie ihrer Händlerpräferenz befragt.
 

Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants:
Die Beratungsarbeit von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf TopLine Power® ausgerichtet. Laut mehrerer Studien unter deutschen Top-Managern (manager magazin, Wirtschaftswoche, brand eins) ist Simon-Kucher bester Marketing- und Vertriebsberater und führend im Bereich Pricing und Wertsteigerung. Die Unternehmensberatung ist mit rund 1.400 Mitarbeitern in 40 Büros weltweit vertreten.