Studie zeigt: Aktuelles Grenzeinkaufsverbot verändert Einkaufsverhalten der Schweizer langfristig

Press Contact

Angela Ott

Angela Ott

Senior Public Relations Manager
Cologne, Germany

Verbraucher sind bereit, für regionale Schweizer Produkte, Bio-Ware und Produkte mit besseren Tierhaltungsstandards mehr zu bezahlen. Einzelhändler können jetzt mit den richtigen Massnahmen unterschiedliche Kundengruppen nachhaltig für sich gewinnen und langfristig an sich binden.

Zürich/Bonn, 18. Februar 2021 –Das erneute Grenzeinkaufsverbot hat nachhaltige Auswirkungen, wie eine repräsentative Konsumentenstudie* der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners in der Schweiz zeigt: Von den 43 Prozent Deutsch-Schweizern, die bislang mindestens quartalsweise Grenzeinkäufe in Deutschland getätigt haben, wollen 18 Prozent nach der Aufhebung des Verbots diese Praxis reduzieren bzw. ganz einstellen. „Gewinner“ des Grenzeinkaufverbots in der Schweiz ist Migros (32 Prozent der regelmässigen Grenzeinkäufer geben an, aktuell mehr bei Migros einzukaufen), gefolgt von Lidl (24 Prozent). Zu den „Verlierern“ gehören vor allem der Drogeriemarkt dm (42 Prozent der regelmässigen Grenzeinkäufer haben beim Grenzeinkauf in Deutschland üblicherweise bei dm eingekauft) sowie Edeka (36 Prozent).

Hauptmotivation für Grenzeinkäufe in Deutschland ist für einen Grossteil der Verbraucher (85 Prozent) der günstigere Preis. Allerdings haben Kunden seit dem Grenzeinkaufsverbot durchaus die Vorteile von Einkäufen in der Schweiz zu schätzen gelernt: Als wichtigsten Mehrwert sehen 43 Prozent der Befragten die Zeitersparnis. 39 Prozent geben die regionale Herkunft der Produkte als Grund an; mit jeweils rund 20 Prozent werden lokale Spezialitäten und Loyalitätsprogramme der Schweizer Händler als Mehrwert genannt.

„Das zeigt, dass Schweizer Einzelhändler an mehreren Hebeln ansetzen können, um verschiedene Kundensegmente mit unterschiedlichen Bedürfnissen abzuholen“, erklärt Dr. Tobias Maria Günter, Partner in der globalen Konsumgüter & Einzelhandel Practice bei Simon-Kucher. So sind etwa die Peak-Tage für Grenzeinkäufe Freitag und Samstag, und zu den beliebtesten Warengruppen zählen Hygiene und Kosmetik, Fleisch, Wurst und Fisch sowie Wasch-, Reinigungs- und Putzmittel. „An diesen Tagen sollten Händler zu den besonders nachgefragten Produktkategorien gezielt attraktive Aktionen anbieten.“ Ebenso sei es empfehlenswert, das Preiseinstiegssortiment insbesondere in diesen Warengruppen auszubauen. Günter: „Ausserdem kommt es jetzt darauf an, vorhandene Daten aus Kundenkarten intensiv für individuelle Angebote auszuwerten. Händler, die keine Kundenkarten anbieten, sind nicht zukunftsfähig aufgestellt.“

Auch Nachhaltigkeitsaspekte spielen für Konsumenten verstärkt eine Rolle bei der Kaufentscheidung: „Unsere Studienergebnisse zeigen, dass rund zwei Drittel der regelmässigen Grenzeinkäufer bereit sind, einen Preisaufschlag auf Produkte zu bezahlen, wenn dieser durch verbesserte Tierhaltungsstandards, eine original Schweizer Herkunft oder durch strengere Bio-Richtlinien in der Schweiz bedingt ist“, erklärt Kerstin Wiesner, Director in der globalen Konsumgüter & Einzelhandel Practice bei Simon-Kucher in Zürich. „Solche Produktmehrwerte, für die Kunden eine höhere Zahlungsbereitschaft aufweisen, sollten Händler am Point of Sale aktiv und konsequent hervorheben.
 

*Über die Studie: Die repräsentative Studie „Grenzeinkaufsverhalten von Schweizern in Deutschland“ wurde im Februar 2021 unter 1.051 Konsumenten in der Schweiz als Onlinebefragung durchgeführt. Sie untersucht, inwiefern das Verbot der Grenzeinkäufe nach Deutschland das Einkaufsverhalten der Schweizer nachhaltig verändert und mit welchen Massnahmen Schweizer Lebensmitteleinzelhändler Grenzeinkäufer auch nach Aufhebung des Grenzeinkaufsverbots nachhaltig für sich gewinnen können. (Definition „Grenzeinkäufer“: mindestens quartalsweiser Grenzeinkauf in Deutschland.)


Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants:
Die Beratungsarbeit von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf TopLine Power® ausgerichtet. Laut mehrerer Studien unter deutschen Top-Managern (manager magazin, Wirtschaftswoche, brand eins) ist Simon-Kucher bester Marketing- und Vertriebsberater und führend im Bereich Pricing und Wertsteigerung.
Die Unternehmensberatung ist mit rund 1.400 Mitarbeitern in 40 Büros weltweit vertreten.